Beitrag zur Sprödbruchbewertung bestehender Wehrverschlüsse aus alten Baustählen
Projekt
Überblick
Beschreibung
Viele Stahltragwerke des frühen 20. Jahrhunderts werden noch heute genutzt, obgleich sie ihre geplante Nutzungsdauer deutlich überschritten haben. Hierzu gehören auch die zahlreichen Wasserbauwerke (z.B. Schleusen, Wehre und Brücken) auf den deutschen Wasserstraßen. Aus wirtschaftlichen und oft auch denkmalpflegerischen Gründen besteht ein großes Interesse, die sichere Nutzung dieser Bauwerke auch weiterhin zu ermöglichen. Angesichts ver-schiedener Schadensfälle bei Altstahlkonstruktionen spielt neben der Tragsicherheit von Bauteilen und Verbindungen die Frage der Sprödbruchsicherheit eine wesentliche Rolle. Die Gefahr eines Sprödbruches bei genieteten Stahltragwerken wird vorrangig durch werkstoffspezifische, konstruktions- und fertigungsbedingte Einflüsse bestimmt. So führt beispielsweise der erhöhte Stickstoff-gehalt windgefrischter Thomasstähle zu einer verstärkten Alterungsneigung. Das Verfahren zur Wahl der Stahlsorte nach DIN EN 1993-1-10 wurde für heutige Baustähle in Schweißkonstruktionen abgeleitet. Die besonderen Eigenschaften alter Flussstähle fanden keinen Ein-gang. Dies gilt auch für die in der Regel deutlich geringere Kerbwirkung genieteter gegenüber geschweißter Verbindungen. Dennoch ist in der Baupraxis zu beobachten, dass die Grenzwerte der Kerbschlagzähigkeit nach DIN EN 1993-1-10 o